Der Fernpassbergsturz, Tirol, Austria
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N 47° 20.751 E 010° 49.157
32T E 637415 N 5245203
Quick Description: Der Fernpassbergsturz, Tirol, Austria
Location: Tirol, Austria
Date Posted: 2/5/2012 7:08:24 AM
Waymark Code: WMDNFP
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Long Description:
[DE]

GESCHICHTE

Schon der vorrömische Bernsteinhandel soll über den Fernpass geführt worden sein, dem auch schon erste vorrömische Wegbauten gerecht wurden. Entlang der weiterführenden Zufahrtswege zum Fernpass gibt es auch zahlreiche archäologische Funde, die die Bedeutung des Fernpasses für den Handel zwischen Ostsee und Oberitalien, und sogar Griechenland eindrucksvoll belegen.

Der Fernpass ist der zweite Alpenpass auf der alten und von den Römern ausgebauten Reschenroute. Die Römer erbauten auf der schon seit alters her begangenen Reschenroute in den Jahren 46/47 eine erste Straße, welche bis ins Mittelalter bestand. Man nannte sie einst nach ihren Erbauer Kaiser Claudius, Via Claudia Augusta, später auch Obere Straße, im Gegensatz zur Unteren Straße, der Brennerroute. Sie war lange Zeit die wichtigste deutsch-italienische Alpenverbindung überhaupt, da sie relativ sicher vor den Unbilden des Winters und des Hochwassers war und auch kaum zu steile und gefährliche Wegstrecken aufwies. Der Name des Passes hat hingegen aber nichts mit dem damaligen Fernverkehr zu tun, zumindest nicht direkt, denn er entstand aus einer Verballhornung des alten mittelalterlichen Namens „Mons Fericius“ bzw. „Montis Fericii“. Im Reisebericht des Felix Faber, der diese Namen nannte und den Pass Ende des 15. Jahrhunderts besuchte, wird berichtet, dass über ihn nicht nur ein starker Säumerverkehr führte, sondern auch ein Wagenverkehr. Während der Blüte der Augsburger Fugger war er eine wichtige und vor allem, im Gegensatz zum Arlberg, wettersichere Alpenquerung. Der Fernpass liegt im Gemeindegebiet von Nassereith.

GEOLOGIE

Der Fernpass-Bergsturz wurde erstmals vom Eiszeitforscher Albrecht Penck im späten 19. Jahrhundert als solcher erkannt. Seither wurde dieser Bergsturz, der mit etwa einem Kubikkilometer Masse der drittgrößte der Ostalpen ist, häufig untersucht. Größere Bergstürze sind - solange sie zu Tal fahren - äußerst bewegliche Massen, die mit Geschwindigkeiten von bis zu mehreren hundert Stundenkilometern abwärts rasen.
Der Fernpass ist eine 1216 m hohe Schwelle zwischen den Lechtaler Alpen und den Mieminger Bergen.


Über den Fernpass verläuft die viel befahrene Fernpassstraße (B179), die Reutte durch den Lermoostunnel mit Nassereith und Tarrenz bzw. Imst verbindet. Über die an diese anschließenden Ehrwalder Straße (B187) und Mieminger Straße (B189) sind auch Garmisch-Partenkirchen (Deutschland), Mieming und Telfs miteinander verbunden. Durch den Fernpass sind somit auch Lech- mit Inntal bzw. Loisach- mit Gurgltal miteinander verbunden. Daher zählt er zu den meistbefahrenen Alpenpässen der Ostalpen. Die maximale Steigung beträgt 8 %, der von Reutte zur Passhöhe zu überwindende Höhenunterschied 359 m, hinab nach Telfs sind dies 579 m.

Die "bucklige Welt" mit ihren Hügeln und Seen ist vor 4000-5000 Jahren durch einen mächtigen Bergsturz entstanden, der unterhalb des Kreuzjochs in einer Breite von 1,5 km abgebrochen war. Da der Bergsturz schräg auf den Gegenhang traf, glitten etwa 40% der Bergsturzmasse nach Norden weiter, aber nur 10% nach Süden. Daher ist auf der Nordseite des Passes der ganze Talraum von den Trümmern und Wällen des Bergsturzes erfüllt.

Gelegentlich kommt es zu Gerölllawinen, Felsstürzen oder Murabgängen. Wasser, Eis und Wind greifen nach wie vor die Gesteine an, transportieren deren Schutt über die Wild­bäche ins Tal hinab und erinnern, dass die geologischen Prozesse bis heute andauern.

In den Mulden dazwischen liegen Blind-, Weißen- und Mittersee. Die bis 10 m tiefen Trichter nahe dem Mittersee entstanden durch nachsackendes Material nach der Bildung von Hohlräumen im Bergsturzkörper. Zwischen den Seen und Biberwier sind die Toma-Bergsturzhügel mit ihrer regelmäßigen Kegelform besonders auffallend. Auf der Südseite des Passes liegt der malerische Fernsteinsee. Aus seiner Mitte ragt einer der Tomahügel, auf dem die Reste der Sigmundsburg stehen - um 1460 für Herzog Sigmund den Münzreichen gebaut.
Tomahügel sind Bergsturzhügel, deren Name von einer Graubündner Lokalbezeichnung stammt. Glaubte man früher, dass sie von späteiszeitlichen Gletscherresten glatt geschliffen wurden, konnte in Amerika, beim großen Mt. St.Helens-Bergsturz durch den Vulkanausbruch 1980, die Entstehung solcher Hügel direkt beobachtet werden. Sie sind demnach die Überreste der zusammenhängenden, aber stark zerrüttelten Bergsturzschollen. Tomahügel sind bei den meisten Bergstürzen zu sehen (z.B. Köfels, Tschirgant), am schönsten aber südlich und nördlich des Fernpasses.

Geologen der Universität Innsbruck und von alpS beschritten einen völlig anderen Weg. Sie fanden etwas, das bisher niemandem aufgefallen war: Unter riesigen Bergsturzblöcken war es knapp nach dem Bergsturz zur chemischen Absonderung einer bestimmten Art von Kalk, dem sogenannten "Aragonit" gekommen". Der Aragonit vom Fernpass enthält die radioaktiven Elemente Uran und Thorium.

Im Rahmen eines vom FWF finanzierten Projekts, geleitet von Prof. Diethard Sanders, gelang es Marc Ostermann im Rahmen seiner Dissertation, mit der Uran-Thorium Methode das Alter des Bergsturzes mit bislang unerreichter Genauigkeit zu ermitteln. Die Messungen von Marc Ostermann wurden an der Universität Bern, im Labor und unter Beratung von Prof. Jan Kramers, ausgeführt. Demnach ging der Bergsturz vor mindestens 4150 ± 100 Jahren vor heute nieder. Die Übereinstimmung der Alter des Fernpass-Bergsturzes, die mit zwei völlig verschiedenen Methoden bestimmt wurden, ist beeindruckend (4100 ± 1300 Jahre: Durchschnitt der Gesteins-Expositionsalter; 4150 ± 100 Jahre: U/Th-Alter des Aragonits).

BIOLOGIE

Der besondere Untergrund des Gebiets, nämlich Dolomitgrashügel, in denen Wasser sehr rasch versickert, sowie abgedichtete Schotterbecken mit Seen, haben speziell daran angepasste Pflanzengesellschaften hervorgebracht. Am Fernpass treffen sich vier Kiefernarten, wobei zwei hier ihre östliche Verbreitungsgrenze finden: die Spirke und die Engadiner Kiefer. Die Spirke, eine botanische Besonderheit in Tirol, dient den Pflanzenkundlern als beliebtes Forschungsobjekt, da sie eine Art "aufrechtwachsende" Latsche (Legföhre) von unsicherer systematischer Stellung ist. Sie besiedelt die gleichen Lebensräume wie die viel häufigere Rotföhre (Waldkiefer), kann aber viel besser als diese Schuttüberrieselungen des Stammes vertragen. Daher findet man die Spirken vor allem in den Schutthaufen des "Afrigal", wo sie sich leicht durch ihren dunklen Stamm von den rotstämmigen Föhren unterscheiden lassen. Afrigal heißt die nach dem Felssturz übriggebliebene, etwa drei Kilometer tiefe halbrunde Hohlform, die einen schönen Eindruck davon vermittelt, welch riesige Felsmassen hier zu Tal gestürzt sind.

Quellennachweis:
Tiroler Schutzgebiete (www.tiroler-schutzgebiete.at)
Wikipedia (www.wikipedia.org)



[EN]

HISTORY

Even the pre-Roman amber trade to have been conducted over the Fern Pass, which have already started to pre-Roman Wegbauten justice. Along the secondary roads leading into the remote pass, there are also many archaeological finds, which prove the importance of the Fern Pass to trade between the Baltic and North Italy, Greece and even impressive.

The long pass is the second mountain pass on the old and developed by the Romans Reschenroute. The Romans built on the already committed Reschenroute since time immemorial in the years 46/47 first street, which lasted until the Middle Ages. They were called after their founder, the Emperor Claudius once, Via Claudia Augusta, later Upper Street, in contrast to the lower road, the torch route. She was a long time the most important German-Italian Alps connection at all, because they are relatively safe from the rigors of winter and the flooding was and also had little to steep and dangerous stretches. The name of the pass, however, has nothing to do with the former long-distance traffic, at least not directly, because it arose from a corruption of the old medieval name "Mons Fericius" and "Montis Fericii". The travelogue of Felix Faber, who called them names and pass the end of the 15th Century will be visited, reported that about him not only a strong packhorses, but also a wagonload. During the flowering of the Fuggers of Augsburg, he was an important crossing of the Alps and, above all, in contrast to the Arlberg, weather-proof. The pass is remote in the district of Imst.

GEOLOGY

The long pass from the landslide was first Ice Age researcher Albrecht Penck in the late 19 Century, recognized as such. Since then, this landslide, which is about one cubic kilometer of mass is the third largest in the Eastern Alps has been investigated frequently. Larger landslides are - as long as they drive into the valley - extremely moving masses, the race at speeds of up to several hundred kilometers per hour downhill.
The distance is 1216 m high pass threshold between the Lech Valley Alps and the mountains Mieminger.


Over the Fern Pass overlooks the busy street Fern Pass (B179), which connects Reutte through the Lermoostunnel with Nassereith and Tarrenz and Imst. Use the following on this Ehrwalder road (B187) and Mieminger road (B189) are also Garmisch-Partenkirchen (Germany), and Telfs Mieming linked. Through the Fern Pass are Lech and thus with the Inn Valley and Loisach connected with each other Gurgltal. Therefore, it is one of the busiest mountain passes of the eastern Alps. The maximum slope is 8%, are from Reutte to the pass to be overcome in altitude 359 m, 579 m down to Telfs this.

The "crooked world" with its hills and lakes, 4000-5000 years ago caused by a massive landslide that had broken off below the Kreuzjochs in a width of 1.5 km. Since the landslide struck at an angle on the opposite slope, slid about 40% of the landslide mass to the north, but only 10% to the south. Therefore, on the north side of the pass of the entire valley area of ??the ruins and ramparts of the landslide fulfilled.

Occasionally, debris avalanches, rock falls or Murabgängen. Water, ice and wind fall still carry on the rocks, whose torrents of rubble on the valley below and remember that the geological processes continue today.

In the hollows between them are blind, white and Mittersee. The depth to 10 m near the funnel formed by Mittersee nachsackendes material after the formation of cavities in the landslide body. Between the lakes and the tomatoes Biberwier landslide hill with their regular conical shape is particularly striking. On the south side of the pass lies the picturesque Fernsteinsee. From its center stands one of the Tomahügel, on which stand the remains of the castle Sigmund - in 1460 for Duke Sigmund the Wealthy built.
Tomahügel are landslide hill its name from a place name comes from Grisons. It was believed earlier that they were ground by late glacial remains smooth, was in America, the big-Mt St Helens rockslide by the volcanic eruption in 1980, the emergence of those hills be observed directly. Therefore, they are the remains of the related but much zerrüttelten landslide blocks. Tomahügel landslides are among the most visible (eg Köfels, Tschirgant), the most beautiful but remote south and north of the pass.

Geologists at the University of Innsbruck and followed by alpS a completely different way. They found something that was so far no one noticed: Under huge landslide blocks it had come just after the landslide on the chemical secretion of a certain kind of limestone, the so-called "aragonite" "The aragonite from Fernpass contains the radioactive elements uranium and thorium..

As part of an FWF-funded project, led by Prof. Diethard Sanders, Marc Ostermann managed as part of his dissertation to determine the uranium-thorium method, the age of the landslide with unprecedented accuracy. The measurements were performed by Marc Ostermann at the University of Bern, in the laboratory and with the advice of Prof. Jan Kramers. Accordingly, the landslide was going down at least 4150 ± 100 years ago today. The conformity of the age of Fernpass landslide, which were determined with two completely different methods, is impressive (4100 ± 1300 years: average age of the rock exposure; 4150 ± 100 years: U / Th ages of aragonite).

BIOLOGY

The specific surface of the area, namely dolomite grass hills, where water percolates very quickly, and sealed with gravel basin lakes have produced specially adapted thereto plant communities. At the Fern Pass to meet four pine species, which are two here its eastern distribution limit: the mountain pine and pine Engadine. The mountain pine, is a botanical particularity in the Tyrol, the plant soil scientists as a popular research subject, because it is a kind of "growing up" dwarf pine (mountain pine) of uncertain systematic position. They colonized the same habitats as the much more common Scotch pines (pine forest), but can tolerate a lot better than this rubble supergiant lungs of the tribe. Therefore, many of the uncinate pines, especially in the rubble of the "Afrigal" where they can be distinguished easily by its dark trunk of the pine rotstämmigen. Afrigal is the leftover after the rock fall, about three kilometers deep semi-circular hollow form which gives a nice impression of what a huge rock masses are here plunged into the valley.

Sources:
Tyrolean Protected Areas (www.tiroler-schutzgebiete.at)
Wikipedia (www.wikipedia.org)
Waymark is confirmed to be publicly accessible: yes

Parking Coordinates: N 47° 20.667 E 010° 49.133

Access fee (In local currency): .00

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Requires 4x4 vehicle to visit.: no

Public Transport available: yes

Website reference: [Web Link]

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