Ruhegebiet Kalkkögel, Tirol, Austria
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N 47° 10.100 E 011° 17.194
32T E 673287 N 5226407
Quick Description: Ruhegebiet Kalkkögel, Tirol, Austria
Location: Tirol, Austria
Date Posted: 2/10/2012 8:01:37 AM
Waymark Code: WMDPCY
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Long Description:
[DE]

Die Kalkkögel, ein kleines markantes Gebirge zwischen Inntal und Stubaital, erinnern in ihrer Schroffheit und Steilheit an die berühmten Dolomiten im Süden des Brennerpasses. In Reise- und Kletterführern werden die von Ost nach West aufgefädelten Felstürme von der Saile bis zur Schlicker Seespitz oft auch als die “Dolomiten Nordtirols” bezeichnet.
Die Kalkkögel, aber auch die Serles, die Illmenspitz und der Blaser sind der Rest einer mächtigen geologischen Decke, dem sogenannten Brennermesozoikum, die vermutlich vor 200 bis 250 Millionen Jahren die heute sichtbare Ötztal- und Stubaimasse, das Altkristallin, überlagert hat und durch Erosion im Laufe vieler Millionen Jahre bis auf wenige Reste abgetragen wurde.

Die Kalkkögel ruhen, wie der geologische Schnitt zeigt, auf der mächtigen Masse des geologisch älteren Ötztal- und Stubaikristallins. Im Bereich der Kalkkögel besteht das Kristallin überwiegend aus Glimmerschiefer und Schiefergneisen. Das Gelände rund um die Kalkkögel weist darauf hin, dass diese steilen Berge aus Dolomit wenig mit ihrer Basis, den Glimmerschiefern und Schiefergneisen des Kristallins, gemein haben. Die chemische Zusammensetzung dieses Gesteins ermöglicht zudem eine reiche Bodenvegetation. Im Gegensatz dazu ragen die Kalkkögel als schroffe Wände empor. Ihre gezackten Formen haben sie aufgrund von Erosion durch Wind, Wasser und Eis erhalten. Nur sehr genügsamen Pflanzen wie Flechten bieten diese Berge einen Lebensraum.

Diese Dolomite werden von einem etwa zehn Meter mächtigen Band aus metamorph leicht veränderten Tonschiefern, den so genannten Raibler Schichten, in einen unteren und oberen Dolomit getrennt. Auch wenn dieses Band nur dünn ist, bewirkt es doch eine deutliche morphologische Gliederung. An der Basis der mesozoischen Sedimente findet sich eine Folge von Konglomerat und Sandstein. In dieser Schicht, die maximal einige zehn Meter mächtig ist, befinden sich Eisenerzlagerstätten.


Dolomitenschichten (Ochsenwand)
Entstehung der Kalkkögel

Vor rund 250 Millionen Jahren bestand im Bereich des heutigen südlichen Europa und des Mittelmeeres ein riesiger Ozean mit dem Namen „Tethys“, der bis nach Nordafrika und nach Indien reichte. In den seitlichen Flachmeeren dieses Ozeans und in den Küstenabschnitten wurden im Lauf der nachfolgenden rund 50 Millionen Jahre, also im ersten Zeitabschnitt des Mesozoikums, große Mengen von Kalk und Dolomit abgelagert. Winzige kleine Lebewesen haben Kalzium aus dem Meerwasser in ihre Schalen und Gehäuse eingebaut. Nach dem Absterben der Organismen sanken die Schalen ab und bildeten Kalkschlamm und -sand auf dem Meeresboden. Aufgrund des tropischen Klimas in den Flachmeeren war die Produktivität der kalkbildenden Meeresorganismen sehr hoch. Die Kalkablagerungen häuften sich zu einer mehrere Hunderte Meter mächtigen Karbonatplattform an. Durch den Einfluss von Druck und Temperatur wurde das lockere Sediment verfestigt und Kalkstein entstand. Wenn der Kalkstein Magnesium, das ebenfalls im Meerwasser gelöst ist, einbaut, wird er dolomitisiert. Diese verfestigten Karbonatplattformen waren der Grundstein für unsere Kalkkögel, aber auch für die südlichen (Dolomiten) und nördlichen (Lechtaler Alpen, Karwendel …) Kalkalpen.
Dünne Schichten aus Tonschiefer zeigen, dass zwischen die im Meer gebildeten Dolomitplattformen auch feinkörnige Ablagerungen von Flüssen (Ton) schichtweise eingelagert wurden. Gut zu sehen ist dieser dunkle Tonschiefer (Raibler Schichten) unter der sogenannten oberen Dolomitschicht.
Während der Alpenbildung vor 100 bis 30 Millionen Jahren wurde das Ötztal-Stubai-Kristallin (untere Decke) mit dem darüber liegenden Brenner-Mesozoikum von Süden nach Norden transportiert und verfaltet. Durch Bewegungen in und zwischen den geologischen Decken wurden die Sedimentgesteine stark zerschert und durch Verwitterung abgetragen, sodass von der mächtigen Decke des Brennermesozoikums nur mehr Relikte, darunter die Kalkkögel, übrig geblieben sind.
Zwischen den Eiszeiten, aber auch nach der Eiszeit, also in den letzten 10 000 Jahren, hat die Witterung den durch tektonische Vorgänge in Mitleidenschaft gezogenen Kalkkögeln stark zugesetzt. Felsstürze, Schotterrinnen und Murströme bilden die heutige Landschaft. Typisch ist, dass im Bergsturzmaterial der Kalkkögel Oberflächenwässer und Bäche versickern (z.B. am Weg zum Seejöchl) und auf dem dichteren Gestein der Ötztalmasse wieder als Quellen austreten (z.B. unterhalb der Adolf-Pichler-Hütte).

Das Ruhegebiet Kalkkögel liegt im nördlichen Teil der Stubaier Alpen und grenzt in seinem südwestlichen Teil an das Ruhegebiet Stubaier Alpen.

Größe: 77,7 km², Seehöhe: 690-3087 m

Das Ruhegebiet Kalkkögel wurde geschaffen, um eine noch wilde und ursprüngliche Bergwelt im Nahbereich von Innsbruck zu erhalten. Der Fotscher Bach ist im Bereich des Ruhegebietes zum Naturdenkmal erklärt worden. Mehrere kleine Karseen, hauptsächlich westlich der Fotsch, und zahlreiche Quellen unter den Kalkkögeln liegen im Bereich des Ruhegebietes.

Biologie

Das Ruhegebiet Kalkkögel erstreckt sich über mehrere Vegetationseinheiten bis zur hochalpinen Stufe. In tieferen Lagen dominieren Lärchen-Fichtenwälder, die z.T. forstwirtschaftlich genutzt werden. Darüber erstrecken sich ausgedehnte Zwergstrauchheiden und alpine Grasheiden, wobei im Gebiet beide Alpenrosen-Arten vorkommen: Auf Silikatgestein die Rostrote Alpenrose (Rhododendron ferrugineum), auf Karbonat im Bereich der Kalkkögel die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum). Die alpinen Grasheiden werden auf Felsabsätzen und in Schuttrinnen von hochalpiner Pioniervegetation abgelöst. Südöstlich der Kalkkögel findet man auch Kiefernwälder. Die talnahen Hänge des Fotschertales sind mit Zirben bewachsen.
Die Telfeser Wiesen zwischen Telfes und Kreith am östlichen Rand des Schutzgebietes sind Lärchenwiesen. Hier findet man eine Vielzahl lichtbedürftiger Frühlingsblüher, wie Enziane und verschiedene Orchideen. An feuchten Stellen haben sich Trollblumenfluren (Trollius europaeus) ausgebildet.
Zugang/Erreichbarkeit

Das Ruhegebiet Kalkkögel ist durch ein vor Jahrzehnten angelegtes Wegenetz und durch eine Reihe von Schutzhütten gut erschlossen. Erreichbar ist das Gebiet über die Forststraßen bzw. Fußwege durch das Fotschertal, Senderstal, Axamer Lizum, Mutterer Alm, bzw. über die Telfeser Wiesen, über Fulpmes bzw. über die Schlick. Mehrere Wege und Steige führen zu den Schutzhütten bzw. als zum Teil exponierte Höhenwege über Jöcher und Scharten und auf mehrere Gipfel; im Bereich der Kalkkögel wurden einige Klettersteige angelegt. Am Rande des Ruhegebietes Kalkkögel grenzen mehrere Schigebiete mit Aufstiegshilfen an, wie das Schigebiet in der Schlick, in der Axamer Lizum und auf der Mutterer Alm.

Bewirtschaftete Almen und Berghütten:
Raitiser Alm (1553 m), Kreither Alm (1492 m), Gasthof Stockerhof (1150 m), Gasthof Pfarrachalm (1740 m), Birgitzköpflhütte (2035 m), Adolf-Pichler-Hütte (1977 m), Potsdamer Hütte (2009 m), Kemater Alm (1673 m) und Alpengasthof Bergheim (1464 m) am nördlichen Rand, Schlicker Alm (1643 m), Zirmachalm (1936 m) und Starkenburger Hütte (2237 m) am südöstlichen Rand des Schutzgebietes.




[EN]

The Kalkkögel, striking a small mountain range between the Inn Valley and Stubai remember, in their abruptness and steepness of the famous Dolomites in the south of the Brenner Pass. In travel guides and climbing up the threaded from east to west are rocky spiers of the Saile to slip Seespitz often referred to as the "North Tyrol Dolomites".
The Kalkkögel, but also the Serles that Illmenspitz and Blaser are the remains of a mighty geological ceiling, called Brennermesozoikum, which has overshadowed probably from 200 to 250 million years ago, the now visible Ötztal and Stubaimasse, the crystalline basement, and by erosion Over millions of years was removed from a few residues.

The Kalkkögel rest, as the geological section shows on the mighty mass of the geologically older and Ötztal Stubaikristallins. In the area of ??the crystalline Kalkkögel consists mainly of mica schist and gneiss. The area around the Kalkkögel indicates that these steep mountains from their base with little dolomite, mica schists and gneisses of the crystalline schist, have in common. The chemical composition of these rocks also enables a rich ground vegetation. In contrast, the Kalkkögel rise up as steep walls. Their jagged forms they have received due to erosion by wind, water and ice. Very undemanding plants such as lichens, these mountains, a habitat.

These dolomites are separated by a ten-meter thick band of metamorphic slightly altered shales, the so-called Raibler layers into a lower and upper dolomite. Even if this tape is very thin, but it causes a significant morphological structure. At the base of the Mesozoic sediments there is a sequence of conglomerate and sandstone. In this layer, which is more than a few tens of meters thick, are iron ore deposits.


Dolomite layers (Ochsenwand)
Origin of Kalkkögel

Was around 250 million years in the area of ??present-day southern Europe and the Mediterranean, a giant ocean called "Tethys", which as far as North Africa and handed to India. In the side of this ocean and shallow seas in the coastal areas were over the subsequent 50 million years, then deposited in the first period of the Mesozoic, large quantities of limestone and dolomite. Tiny little creatures have added calcium from the seawater into their shells and body. After the death of the organisms from the shells fell, forming lime mud and sand on the seabed. Due to the tropical climate in the shallow seas, the productivity of calcifying marine organisms was very high. The calcium deposits piled up to a several hundred meters thick carbonate platform. Through the influence of pressure and temperature the loose sediment was solidified and limestone was formed. If the magnesium limestone, which is also dissolved in sea water, installs, it is dolomitized. This solidified carbonate platforms were the foundation for our Kalkkögel, but also for the southern (Dolomites) and northern (Lech Valley Alps, Karwendel ...) Limestone Alps.
Thin layers of slate shows that were formed in the sea between the fine-grained dolomite platforms and river deposits (clay) deposited in layers. Good to see this dark shales (Raibler layers) under the so-called upper dolomite layer.
During formation of the Alps it was 100 to 30 million years ago, the Ötztal-Stubai-crystallin (lower ceiling) with the overlying Mesozoic-burner from the south was transported northward and folded. By movements in the ceiling and between the geological sedimentary rocks were sheared and strongly eroded by weathering, so are the huge blanket of Brennermesozoikums only relics, including the Kalkkögel, remained.
Between the ice ages, but even after the ice age, so in the last 10 000 years ago, the climate has been added to the strong tectonic processes affected pulled Kalkkögel mountains. Landslides, gullies and gravel Murströme form the present landscape. Typical that the landslide material Kalkkögel of surface water and streams seeps (eg on the way to Seejöchl) and the denser rock of the Ötztal mass again emerge as sources (eg, below the Adolf-Pichler-hut).

The rest area is located in the northern part of Kalkkögel Stubai Alps and bordered in its southwestern part of the rest area Stubai Alps.

Size: 77.7 sq. km, Altitude: 690-3087 m

The rest area Kalkkögel was created to give a still wild and pristine mountain scenery in the vicinity of Innsbruck. The Fotscher Bach has been declared in the rest area as a natural monument. Several small cirque lakes, mainly west of the Fotsch, and many sources are below the Kalkkögel mountains in the area of ??the rest area.

Biology

The rest area Kalkkögel extends over several growing units to high-Alpine stage. At lower elevations dominated by larch and spruce forests, some of be used for forestry. In dwarf shrub heaths are extensive alpine grass and Gentiles, which occur in the area both rhododendron species (Rhododendron ferrugineum) on silicate rocks the Auburn Alpenrose, to carbonate in the area of ??the ciliated Kalkkögel Alpenrose (Rhododendron hirsutum). The alpine grass Gentiles be replaced on cliff ledges and gravel channels of high-alpine pioneer vegetation. Southeast of the Kalkkögel there are also pine forests. The slopes of talnahen Fotschertales are covered with pine.
The meadows between Telfeser Telfes and Kreith are larch meadows at the eastern edge of the conservation area. Here you will find a variety of needy light spring flowers, like gentians and various orchids. In moist places in globeflowers communities (Trollius europaeus) have trained.
Access / access

The rest area is well served by a Kalkkögel decades ago-scale road network and through a series of shelters. Reached the area on the forest roads and footpaths through the Fotschertal, Senderstal, Axamer Lizum Mutterer pasture, or on the Telfeser meadows, Fulpmes or on the mud. Several paths lead to the shelters or in part as exposed high trails over passes and nicks and several peaks, in the Kalkkögel were created some climbing. On the edge of the region peace Kalkkögel several ski areas with lifts limits on how the ski area in the mud, in the Axamer Lizum and Mutterer Alm

Cultivated pastures and mountain inn's:
Raitiser Alm (1553 m), Kreither Alm (1492 m), Inn Stockerhof (1150 meters), Inn Pfarrachalm (1740 m), Birgitzköpflhütte (2035 m), Adolf-Pichler-Hut (1977 m), Potsdamer Hütte (2009 m) , Kemater Alm (1673 m) and the Alpine Inn Mountain Home (1464 m) on the northern edge, Schlicker Alm (1643 m), Zirmachalm (1936 m) and heavy-Hütte (2237 m) on the southeastern edge of the conservation area.
Waymark is confirmed to be publicly accessible: yes

Access fee (In local currency): .00

Requires a high clearance vehicle to visit.: no

Requires 4x4 vehicle to visit.: no

Public Transport available: yes

Parking Coordinates: Not Listed

Website reference: Not listed

Visit Instructions:
No specific requirements, just have fun visiting the waymark.
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