Ruhegebiet Muttekopf Gosau, Tirol, Austria
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N 47° 15.745 E 010° 40.184
32T E 626317 N 5235678
Quick Description: Ruhegebiet Muttekopf Gosau, Tirol, Austria
Location: Tirol, Austria
Date Posted: 2/10/2012 8:04:20 AM
Waymark Code: WMDPCZ
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Long Description:
[DE]

In Tirol gibt es die Schutzgebietskategorie des Ruhegebiets. Darunter versteht man ein großräumiges Gebiet, das frei von öffentlich befahrbaren Straßen sowie von Seilbahnen und Siedlungen ist. Eines dieser Ruhegebiete ist das Ruhegebiet Muttekopf in den östlichen Lechtaler Alpen.

Das Gebiet hat eine Größe von 38 km², es erstreckt sich in einer Höhe von 1360 - 2827 m ü.NN und wurde auf Antrag des Alpenvereines als Ruhegebiet ausgewiesen. Es liegt im Gebiet der Stadtgemeinde Imst und Gemeinde Pfafflar, Bezirke Imst und Reutte. Hier gibt es eine genaue Karte... (C) Land Tirol







GEOLOGIE

Die wichtigsten Gipfel, von denen die meisten die Umrandung des Schutzgebietes bilden, sind: Vordere (2562 m) und Hintere Platteinspitze (2723 m), Hahnleskopf (2332 m), Maldonkopf (2632 m), Scharnitzköpfe (2554 m), Muttekopf (2774 m), Vorderes (2121 m) und Hinteres Alpjoch (2425 m), Pleiskopf (2560 m), Rotkopf (2692 m), Brunnkarspitze (2609 m), Große (2827 m) und Kleine Schlenkerspitze (2746 m), Hanauer Spitze (2553 m), Dremelspitze (2733 m), Schneekarlespitze (2641 m), Plattigspitzen (2558 m), Bockkarspitzen (2501, 2602 m), Tajaspitze (2587 m), Reichspitze (2590 m). Der Großteil des Schutzgebietes wird nach Norden entwässert: Satteltal, Angerlebach und Fundaisbach. Seebrig und Scharnitzkar werden über den Malchbach nach Osten entwässert.

Der höchste Berg des Ruhegebiets Muttekopf ist die Große Schlenkerspitze, 2827 m, ein Berg, der nur auf relativ schwierigen und langwierigen Routen erstiegen werden kann. Der Muttekopf, 2774 m, kann auf einem Weg ab der Muttekopfhütte erreicht werden. Außer der Muttekopfhütte, die südlich des Lechtaler Hauptkamms gegen das Inntal zu liegt, gibt es im Gebiet noch die Hanauer Hütte, nördlich des Hauptkamms im obersten Angerletal.


Das Ruhegebiet Muttekopf wurde wegen seiner geologischen Besonderheit und Schönheit unter Naturschutz gestellt. Es ist Teil der Lechtaler Alpen, die sich in den Nördlichen Kalkalpen befinden und weist eine große Vielfalt von Gesteinen auf. Man kann hier die höchstgelegenen und am besten aufgeschlossenen „Gosauschichten” der Kalkalpen bestaunen. Besonders auffallend sind dabei die bunten Breccien, Konglomerate, Sandsteine und Mergel der Gosauschichten, die auf Karbonaten aufliegen. Im Fall der Muttekopfgosau handelt es sich dabei um Hauptdolomit, dem die Sedimente der Gosau auflagern. Die besondere Ausgestaltung in Form von großräumigen Verfaltungen ist Ergebnis der Gebirgsbildung und der Gesteins­zussammensetzung. Das Alter der Gesteine reicht vom Beginn des Erdmittelalters, Hauptdolomit (Trias 210 Mill. Jahre) bis zu den Gosausedimenten aus der Oberkreide (90 Mill. Jahre). Die berühmten Blockschutteinlagerungen der "Blauen Köpfe" am Südabhang des Muttekopfes machen das Gebiet zu einem einmaligen geologischen Lehrbeispiel.


Quelle. Uni-Innsbruck (http://www.uibk.ac.at)

Die Ablagerungen der Gosau-Gruppe sind in der Zeit der Gebirgsbildung in der Kreidezeit, der sogenannten Kreideorogenese entstanden, die den Ostalpenraum erfasst hatte. Große Bereiche der archipelartigen Landschaft ragten damals aus dem Meer und deshalb bedecken die Sedimente nur Teile der Nördlichen Kalkalpen. Gosauische oder damit verwandte Sedimente finden sich neben den Nördlichen Kalkalpen und vereinzelt in den östlichen Zentralalpen laut Alexander Tollmann auch in den Karpaten, Südalpen, Dinariden und noch weiter südöstlich im mediterranen Raum.





Gosauschicht Panoramaweg


Der Name Gosau als stratigraphischer Begriff wurde 1782 von J. Bohadsch eingeführt.
Aufgrund von tektonischen Vorgängen und Erosion entsprechen die heutigen Gosauvorkommen nicht mehr ihrer ursprünglichen Ausbreitung.
Bekannt geworden ist die Gosau-Gruppe nicht zuletzt durch ihren teilweise außerordentlichen Fossilreichtum.

BIOLOGIE

Der überwiegende Teil des Ruhegebietes Muttekopf liegt oberhalb der Waldgrenze in der alpinen Stufe des Hochgebirges. Wald bzw. Hochwald kommt nur in den Tälern vor. Darüber liegt die Latschenregion (Kampfwald und Legföhren); oberhalb schließt die Zwergstrauchheide und die alpine Grasheide an, an exponierten und sehr hoch gelegenen Stellen finden sich Vertreter der Polsterpflanzenstufe. Dem besonderen geologischen Unterbau entsprechend hat sich eine eigenständige Flora entwickelt. Im Gegensatz zu den sonst in den Lechtaler Alpen vorherrschenden Kalken (Wettersteinkalk und Hauptdolomit) bilden die Sandsteine und kalkig-tonigen Mergel bei ihrer Verwitterung fruchtbare Böden mit einem vielseitigen Nährstoffangebot. Verglichen mit reinen Kalkkaren ist die Vegetation im Muttekopfgebiet üppiger und in ihrer Artzusammensetzung wesentlich reichhaltiger. Besonders im Seebrig-Gebiet südlich des Muttekopfes liegt eine als extensive Schafweide genutzte Naturwiese, ein Blaugras-Horstseggenrasen (Seslerio-Semperviretum). Diese Pflanzengesellschaft ist für südexponierte-trockenwarme und relativ humusreiche Kalkalpenböden charakteristisch und weist neben Blaugras (Sesleria caerulea) und Horstsegge (Carex sempervirens) eine hohe Artenzahl von Alpenpflanzen auf (MUNGENAST 1988), die teilweise als gefährdet gelten und geschützt sind, z.B.:
Mückenhändelwurz (Gymnadenia conopea)
Kohlröschen (Nigritella nigra)
Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride)
Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri)
Halbkugelige Teufelskralle (Phyteuma hemisphaericum)
Geschnäbeltes Läusekraut (Pedicularis rostrato-capitata)
Alpenhelm (Bartsia alpina)
Stengelloser Enzian (Gentiana clusii)
Schnee-Enzian (Gentiana nivalis)
Goldpippau (Crepis aurea)
Alpenaster (Aster alpinus)
Berufskraut (Erigeron uniflorus)
Alpenglöckchen (Soldanella alpina)
Zwergmannsschild (Androsace chamaejasme)
Platenigl (Primula auricula)

Im Zentrum des Seebrig-Gebietes liegt auf einer Höhe von etwa 2300 m Meereshöhe ein ausgedehntes Wollgrasmoor um einen kleinen See mit dichten Beständen von Einköpfigem Wollgras (Eriophiorum scheuchzeri) und Schmalblättrigem Wollgras (Eriophorum angustifolium). Dieses Moor dürfte aus einem nacheiszeitlichen Karsee entstanden sein und wird von Schmelzwässern und Quellen gespeist. Derartig hochgelegene Moore sind in Tirol selten. Aus dem Muttekopfgebiet stammen auch zoologisch interessante Funde, unter anderem mehrere Arten von Kleinschmetterlingen (Psodos chalybdaeus oder Sattleria dzieduszyckii ssp. fusca, letzterer Fund ist der erste und einzige Nachweis für Nordtirol). Diese Tiere leben in Schotterhalden zwischen Steinbrech-Polstern (Saxifraga macropetala) (BURMANN 1954, 1977).

Ruhegebiet-Betreuerin Frau dipl.biol. Kerstin Blassnig: Tel.: 0676/88 508 7814, mieminger-plateau@tiroler-schutzgebiete.at


[EN]

In the Tyrol it is the conservation category of the rest area. This refers to a large area that is free from public roads and is navigable from cable cars, and settlements. One of these rest areas is the rest area Muttekopf Lechtaler in the eastern Alps.

The area has a size of 38 km ², it extends to a height of 1360-2827 m above sea level and was expelled at the request of the Alpine Club as a rest area. It is in the area of ??the municipality and community Pfafflar Imst, Imst district and Reutte. Here is a detailed map ... (C) Tyrol







GEOLOGY

Front (2562 m) and Rear Platteinspitze (2723 m), Hahnleskopf (2332 m), Maldonkopf (2632 m), Scharnitzköpfe (2554 m), Muttekopf (2774: the main peaks, which form the majority of the boundary of the conservation area, are m), Front (2121 m) and Rear Alpjoch (2425 m), Pleiskopf (2560 m), redhead (2692 m), Brunnkarspitze (2609 m), Large (2827 m) and Small Dangling peak (2746 m), Hanauer tip ( 2553 m), Dremelspitze (2733 m), snow Karlesspitze (2641 m), Plattigspitzen (2558 m), Bockkarspitzen (2501, 2602 m), Tajaspitze (2587 m), range top (2590 m). The majority of the protected area is drained to the north: Satteltal, and Angerlebach Fundaisbach. SEEBRIG Scharnitzkar and are drained by the Malchbach east.

The highest mountain in the rest area is the Great Muttekopf Schlenker peak, 2827 m, a mountain can be climbed only in a relatively difficult and lengthy routes. The Muttekopf, 2774 m, can be reached by a path from the Muttekopfhütte. Besides the Muttekopfhütte, which was located south of the main ridge to the Lech Valley Inn Valley, it is still in the area Hanauer hut north of the main ridge on the top Angerletal.


The rest area Muttekopf was made because of its geological uniqueness and beauty in nature. It is part of the Lech Valley Alps, located in the Northern Limestone Alps and has a great variety of rocks. You can admire here the highest and most open-minded "Gosau strata" of the Alps. Particularly striking while the colored breccias, conglomerates, sandstones and marls of Gosau are layers that lie on carbonates. In the case of Muttekopfgosau it these are the main dolomite, which supports the sediments of the Gosau. The particular configuration in the form of large-scale Verfaltungen is the result of mountain building and the Gesteinszussammensetzung. The age of the rocks ranges from the beginning of the Mesozoic era, the main dolomite (Triassic 210 million years) to the Gosau sediments from the Upper Cretaceous (90 million years). The famous scree deposits of the "blue heads" on the southern slope of the Muttekopfes make the area a unique geological lesson.


Source. University of Innsbruck (http://www.uibk.ac.at)

The deposits of the Gosau Group in the period of mountain building in the Cretaceous period, the so-called Kreideorogenese emerged that gripped the Eastern Alps. Large areas of the archipelago-like landscape at that time rose from the sea and therefore cover only parts of the sediments of the Northern Limestone Alps. Gosauische or related sediments are found next to the Northern Limestone Alps and sporadically in the eastern Central Alps, according to Alexander Tollmann in the Carpathian Mountains, Southern Alps, Dinarides and further south in the Mediterranean region.





Gosau layer Panorama


The name of Gosau stratigraphic concept was introduced in 1782 by J. Bohadsch.
Because of erosion and tectonic processes Gosau deposits do not meet today's more to their original propagation.
Become known is the Gosau Group, not least through their sometimes extraordinary fossil richness.

BIOLOGY

The majority of the rest area Muttekopf above the timberline in the alpine zone of the high mountains. Forest or high forest occurs only in the valleys. It is the mountain region (fight forest and mountain pines) above followed by the dwarf shrub heath and alpine grass heath, exposed to very high places, and there are representatives of the cushion plant level. The geological substructure according to an independent flora has developed. In contrast to the otherwise prevailing in the Lech Valley Alps limestones (Wettersteinkalk and main dolomite) are the sandstones and calcareous-clayey marl weathering its fertile soils with a wide variety of nutrients. Compared with pure Kalkkaren the vegetation is lush and Muttekopfgebiet in their species composition much richer. Especially in the area south of the SEEBRIG Muttekopfes is used as an extensive sheep grazing meadow, a blue-grass lawn Horst Eggen (Seslerio-Semperviretum). This plant community is typical of south-facing, dry, warm and relatively rich in humus Kalkalpenböden and aside from bluegrass (Sesleria caerulea) and Horstsegge (Carex sempervirens) is a high number of species of alpine plants (Mungenast 1988), apply some as endangered and protected, for example:
Midge orchid (Gymnadenia conopea)
Herb Kohl (Nigritella nigra)
Green hollow tongue (Coeloglossum viride)
Scheuchzer bellflower (Campanula scheuchzeri)
Hemispherical Devil's Claw (Phyteuma hemisphaericum)
Geschnäbeltes lousewort (Pedicularis capitata Stainless moderato)
Alpine helmet (Bartsia alpina)
Stemless Gentian (Gentiana clusii)
Snow-Gentian (Gentiana nivalis)
Goldpippau (Crepis aurea)
Alpine Aster (Aster alpinus)
Fleabane (Erigeron uniflorus)
Soldanella (Soldanella alpina)
Dwarf Androsace (Androsace chamaejasme)
Platenigl (Primula auricula)

In the center of the SEEBRIG-area lies at an altitude of 2,300 m above sea level an extensive bog cotton grass around a small lake (Eriophorum angustifolium) with dense stands of Einköpfigem cotton grass (Eriophiorum scheuchzeri) Schmalblättrigem and cotton grass. This bog probably originated from a glacial cirque lake and is fed by melt waters and springs. Such high-altitude bogs are rare in the Tyrol. From the Zoological Muttekopfgebiet also originate interesting finds, including several species of moths (Psodos chalybdaeus or Sattleria dzieduszyckii ssp. Fusca, the latter finding is the first and only evidence of North Tyrol). These animals live in rubble heaps between stone crushing pads (Saxifraga macropetala) (Burmann, 1954, 1977).

Rest-area woman Dipl.Biol supervisor. Kerstin Blassnig: Tel: 0676/88 508 7814 mieminger-plateau@tiroler-schutzgebiete.at,
Waymark is confirmed to be publicly accessible: yes

Access fee (In local currency): .00

Requires a high clearance vehicle to visit.: no

Requires 4x4 vehicle to visit.: no

Public Transport available: yes

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