Felssturz Telfs - Geologie in der Gegenwart - Telfs, Tirol, Austria
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N 47° 20.839 E 011° 00.569
32T E 651776 N 5245719
Quick Description: Felssturz Telfs - Geologie in der Gegenwart - Telfs, Tirol, Austria
Location: Tirol, Austria
Date Posted: 5/24/2012 12:02:37 PM
Waymark Code: WMEFZK
Published By: Groundspeak Premium Member RakeInTheCache
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Long Description:
[DE]

Bei einem Felssturz lösen sich ganze Felspartien aus Wandstufen und stürzen ab. Gegenüber von den größeren Bergstürzen ist das Volumen des Felssturzes unter 1 Mio.km3. Bei einem Felssturz erfolgt eine gegenseitige Beeinflussung der Komponenten (Felsen) während der Bewegung. Aufgrund des plötzlichen Auftretens und der hohen Energie sind sie als sehr gefährlich einzustufen.

Am Freitag, den 23.03.2012 gegen 05:00 Uhr in der Früh kam es in dem rot umrandeten Bereich zu einem gewaltigen Felssturz, der von den Ausmaßen schon fast ein Bergsturz ist. Ein ca. 300 Meter großer Teil der "Toten Wand" (dies ist der südliche Teil der "Hochwand 2721m) brach heraus und raste gegen das Tal. Durch die heurigen großen Schneefälle wurde durch diesen Felssturz gleichzeitig eine Schneelawine ausgelöst. Das Felssturzmaterial wurde bis in den grün umrandeten Bereich transportiert. Teilweise wurden bis zu Zimmergroße Felsen wie Spielzeugschachteln das Alpltal hinausgeworfen. Das Gestein legte einen Weg von fast zwei Kilometer durch das Alpltal zurück.

Dieser Felssturz ist der Beweis, das die Geologie der Berge nie zum Stillstand kommt. Größere Fels- bzw. Bergstürze sind teilweise tausende Jahre her, dieser hier passierte in der Gegenwart!

Die Hochwand liegt im östlichen Abschnitt der Mieminger Kette nördlich von Telfs im Inntal. Die Südflanke des Berges oberhalb des Alpltals ist von Schrofengelände, in tieferen Regionen auch von Latschengürteln und Schutthalden geprägt, durchbrochen von der "Toten Wand“. Im Südwesten wird die Hochwand durch die 2.317 m hohe Alplscharte vom Hochplattig, dem mit 2.768 m höchsten Gipfel des Mieminger Gebirges, getrennt. Im Nordwesten liegt das Schwarbachkar, im Norden und Nordosten fällt die Hochwand mit bis zu 1000 Meter hohen Felswänden steil zum Gaistal hin ab, an deren Fuß sich ganzjährig Firnfelder halten können. Nach Südosten verläuft ein Grat über den 2.469 m hohen Karkopf zum Übergang Niedere Munde (2.059 m), an den sich die Hohe Munde (2.662 m) anschließt.

Die Hochwand wird wie ihre Nachbarberge von Wettersteinkalk, einem Gestein der Trias aufgebaut. Dieser bildet auch große Anteile der Brekzien, die die Südflanke bedecken. Darunter liegen Gesteine der Raibler Schichten, noch tiefer ist Hauptdolomit zu finden.

Es treffen drei Gesteinseinheiten aufeinander, die im Verlauf der Gebirgsbildung übereinander gestapelt wurden und heute nah nebeneinander aufgeschlossen sind.

Zunächst beginnt die geologische Geschichte im tropischen Klimabereich, am Rand eines ausgedehnten Flachmeeres, dem Tethysozean. Dort lagert sich anfänglich Material ab, das vom Land aus ins Meer gespült wurde, bis dann der Meeresspiegel ansteigt und kalkbildende Organismen ihre Besiedlung beginnen.

Zum Zeitpunkt ihrer Ablagerung befanden sich die Gesteine der Nördlichen Kalkalpen einige hundert Kilometer südlich von ihrer jetzigen Position. Extreme Kräfte, die noch heute wirken, begannen vor etwa 35 Millionen Jahren diese Gesteinseinheiten nach Norden zu drücken. Damals lagen über den heute sichtbaren Gesteinen einige Kilometer Gestein und einige hundert Meter Wasser. Folglich stellte sich ein großer Überlagerungsdruck ein, der verhinderte, dass die unten liegenden Formationen beim Zusammenschieben auseinanderbrachen.

Um dem Druck auszuweichen, bildeten sich in den Gesteinen Falten, die teilweise auseinander rissen und sich zu Gesteinsdecken aufstapelten.

Diese Decken bilden an ihren Schnittpunkten sehr gute Angriffsflächen für die Frostsprengung. Dieses Gebiet ist im Allgemeinen sehr anfällig - siehe Tschirgsnt Bergsturz, Fernpassbergsturz u.ä.. Das Wasser kann leicht in die größeren Spalten einsickern und verursacht dann die Frostsprengung.

Gelegentlich kommt es zu Gerölllawinen, Felsstürzen oder Murabgängen. Wasser, Eis und Wind greifen nach wie vor die Gesteine an, transportieren deren Schutt über die Wildbäche ins Tal hinab und erinnern, dass die geologischen Prozesse bis heute andauern.


Ursache des Felssturzes

Der Landesgeologe Gunther Heißel benennt als Ursache für diesen gewaltigen Felssturz Frostverwitterung.

Die Frostverwitterung wird durch Frostwechsel hervorgerufen, d.h. durch das wiederholte Wachstum und Schmelzen von Eiskristallen in den Poren oder natürlichen Spalten des anstehenden Gesteins, und gehört zu den wichtigsten Prozessen der physikalischen Verwitterung. Natürlich ist ihr Auftreten auf jene Klimate der mittleren und höheren Breiten beschränkt, deren Winter kalt sind, sowie auf kalte klimatische Höhenstufen in hohen Gebirgen. Dabei können Drücke von über 200 MPa auftreten. Bei –5 °C beträgt der Druck 50 MPa. Bei –22 °C ist mit 211,5 MPa das Druckmaximum erreicht. Dabei kommt es zu einer Volumenvermehrung von bis zu 9 %.
Nahezu überall ist das anstehende Gestein von Spalten durchzogen, den sogenannten Klüften. Erstarrungsgesteine sind nur selten frei von Klüften, durch die das Wasser ins Innere des Gesteins gelangen kann (Spaltenfrost). In Sedimentgesteinen bilden die Schichtflächen eine natürliche Serie von Ebenen relativ geringer Widerständigkeit im Gestein; die Schichtflächen und die Klüfte kreuzen sich im rechten Winkel zueinander. Vergleichsweise geringe Kräfte genügen, um von Klüften und Schichtflächen begrenzte Blöcke aus dem anstehenden Gesteinsverband zu trennen, während viel mehr Kraft vonnöten ist, um im festen anstehenden Gestein neue, frische Spalten zu erzeugen. Der Prozess der Abtrennung von Blöcken aus dem Anstehenden heißt Blockzerfall.
Wenn grobkörniges Erstarrungsgestein durch chemische Zersetzung geschwächt wird, kann Wasser längs der Grenzflächen zwischen den Mineralkörnern in das Gestein eindringen; hier kann das Wasser gefrieren und durch den starken Druck der dabei auftretenden Volumenvergrößerung die Mineralkörner voneinander trennen. Dieser Prozess wird körniger Zerfall genannt. Das dabei entstehende Produkt ist ein Feinkies oder grober Sand, in dem jedes Korn aus einem einzelnen Mineralpartikel besteht, das von seinen Nachbarn längs der ursprünglichen Kristall- oder Korngrenze getrennt worden ist.
Von Felswänden im Hochgebirge trennt die Frostverwitterung Gesteinsfragmente ab, die zum Fuß der Wand hinunterfallen. Wo die Produktion dieses Schutts mit einer hohen Rate geschieht, sammeln sich die Fragmente am Fuß der Felswände zu Schutthalden an.

Begünstigt wurde dieser Felssturz durch den vielen Schnee im Hochgebirge dieses Winters. Die Temperaturen dieser Tage stiegen teilweise auf bis zu 20 °C an - eine große Schneeschmelze unter Tags war die Folge. In der Nacht fror das Wasser das hinter den Felsen eingedrungen war und sprengte die Felswand ab.

Der Tiroler Landesgeologe Gunther Heißel sagte in einem Interview dass Schneewasser in die Spalten eingedrungen sei und die Reibung des Gesteins vermindert habe (Frostsprengung). Die abgesprengten Gesteinspartien seien auf den Schnee aufgetroffen und dort mit hoher Geschwindigkeit über zwei Kilometer abgerutscht."



[EN]

In a landslide, whole rock wall portions trigger levels and crash. Across from the larger landslides is the volume of the rock fall below 1 Mio.km3. In a landslide, a mutual influence of the components (rocks) during the movement. Due to the sudden occurrence of high energy and they are classified as very dangerous.

On Friday, 23/03/2012 at 05:00 clock in the morning it arrived in the area outlined in red on a massive rock slide, the dimensions of the is almost a landslide. A 300-foot-tall part of the "dead wall" (which is the southern part of the "high wall 2721m) out broke and crashed into the valley. By the year's big snowfall was this rock slide triggered while a snow avalanche. The landslide material was up to the green circled area transported. were partially thrown to rooms Large boulders like toy boxes that Alpltal. The rock lay a path of nearly two miles through the Alpltal back.

This landslide is the proof that the geology of the mountains is never stopped. Larger rocks or landslides are sometimes thousands of years ago, this happened here in the present!

The high wall is located in the eastern section of the Mieminger chain north of the Inn Valley Telfs. The southern flank of the mountain above the Alpltals is characterized by craggy, in deeper regions by mountain belts and heaps of rubble, broken by the "dead wall." In the Southwest, the high wall by the 2317 m high Alplscharte from Hochplattig, which with 2768 m highest peak of the Mieminger mountains separated. To the northwest lies the Schwarbachkar, in the north and northeast of the high wall covered with up to 1,000 meters high cliffs steeply to Gaistal way off, at the foot of the whole year can keep snow fields. to the southeast a ridge running across the 2,469 m high Karkopf to Low transition mouth (2,059 m), which is followed by the Hohe Munde (2,662 m).

The high wall of mountains, like their neighbors Wettersteinkalk, a rock composed of the Triassic. This also makes large portions of the breccia, which cover the southern flank. Below are the rock layers Raibler even deeper to find the main dolomite.

It meet three rock units, which were stacked in the course of mountain building on each other and close to each other are open today.

First, the geological history begins in the tropical climate zone, on the edge of a vast shallow sea, the Tethysozean. There is deposited initially from material that was washed from land into the sea, the sea level rises and then to begin calcifying organisms their settlement.

At the time of their deposition were the rocks of the Northern Limestone Alps a few hundred kilometers south of the current position. Extreme forces at work today, began about 35 million years ago to push these rock units to the north. At that time, were now visible on the rocks a few kilometers of rock and a few hundred meters of water. Consequently, hired a large overburden pressure, which prevented the underlying formations broke apart when pushed together.

To avoid the pressure, the rocks were formed in folds that partially ripped apart and piled on stone slabs.

These blankets are very good at their intersection points of attack for the frost damage. This area is generally very vulnerable - see Tschirgsnt landslide, landslide, etc. Fernpass. The water can easily seep into the larger columns and then causes the frost damage.

Occasionally, debris avalanches, rock falls or Murabgängen. Water, ice and wind fall still carry on the rocks, whose torrents of rubble on the valley below and remember that the geological processes continue today.


Cause of the rockslide

The state geologist Gunther Heissel names as the cause of this massive rock fall frost weathering.

The frost weathering is caused by freeze-thaw cycles, ie by the repeated growth and melting of ice crystals in the pores or columns of the natural bedrock, and is one of the most important processes of physical weathering. Of course, their occurrence is limited to those climates of the middle and higher latitudes is limited, the winters are cold, cold climate as well as elevations in high mountains. This can occur pressures above 200 MPa. At -5 ° C, the pressure is 50 MPa. At -22 ° C with 211.5 MPa, the pressure maximum is reached. This leads to an increase of volume of up to 9%.
Almost everywhere the bedrock of columns running through it, the so-called clefts. Solidification rocks are rarely free of fissures through which water can enter the inside of the rock (column freezing). In sedimentary rocks form the layer faces a natural series of relatively low levels resistiveness in the rock; the layer surfaces and the fractures intersect each other at right angles. Relatively small forces are sufficient to separate from fractures and bedding planes bound blocks from the bedrock Association, while much more force is needed to produce the solid bedrock fresh new columns. The process of separation of blocks from the existing block is called decay.
When coarse-grained igneous rock is weakened by chemical decomposition of water can along the border areas between the mineral grains in the rock penetration, where the water can freeze, separated by the strong pressure of the volume increase occurring mineral grains from each other. This process is called granular disintegration. The resulting product is a fine gravel or coarse sand, in which each grain consists of a single mineral particles, which from its neighbors along the original crystal or grain boundary has been disconnected.
Of rock walls in the high mountains separating the frost weathering of rock fragments from falling down to the foot of the wall. Where the production of this debris with a high rate occurs, the fragments accumulate at the foot of the cliffs on to heaps of rubble.

Was favored by many of these landslide of snow in the mountains this winter. Temperatures climbed partly on these days to up to 20 ° C - a big snow melt during the day was the result. The night was cold, the water that was infiltrated behind the rocks and broke off the cliff.

The Tyrolean State Geologist Heissel Gunther said in an interview that snow had entered the water column and the friction of the rock was reduced (frost damage). The chipped-stone parts were incident on the snow and then slid at high speed over two kilometers. "
Waymark is confirmed to be publicly accessible: yes

Parking Coordinates: Not Listed

Access fee (In local currency): Not Listed

Requires a high clearance vehicle to visit.: Not Listed

Requires 4x4 vehicle to visit.: Not Listed

Public Transport available: Not Listed

Website reference: Not listed

Visit Instructions:
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